TYPO3 Musterprojekt - Sonntag, 24. September 2017
Druckversion der Seite: Geschichte
URL: www.ol-baindt.de/59.html

Es war einmal ...

... vor 30 Jahren. Albert Vollmer, damals Sportlehrer an der PH in Weingarten beginnt einen Sport, den im Schussental bis dahin niemand kennt; Orientierungslauf, kurz OL.

Als begeisterter Fußballer und Leichtathlet lässt er sich von einem Sport infizieren, der sehr eng mit der Natur verbunden ist. Laufen im Wald, mit Karte und Kompass, über Stock und Stein, schnellstmöglich bestimmte Posten im Gelände anlaufen; - ein perfekter Wettkampfsport für einen der mehr will als nur Laufen. Höchste Anforderungen an Körper und Geist.

Die erste Karte

Der Anfang ist mühsam, es fehlt die Grundlage des OL, die Karte. In mühevoller Feldarbeit wird der Wald bei Fuchsenloch kartiert, mit Tusche und Pinsel die erste Spezialkarte, zunächst noch in schwarz-weiß, entsteht (Übersicht über aktuelle OL-Karten in Baindt: Hier). 1976 findet der erste offizielle OL des SV Baindt statt. Ein Jahr später wird die Karte dann fünffarbig und erfüllte damit dem Reglement. 1980 entsteht dann die erste OL-Karte im Baindter Wald, sie wird "Egelsee" genannt und auf den Klosterwiesen findet dann das erste Großereignis in Baindt statt. Deutsche Meisterschaften locken knapp 500 Sportler aus ganz Deutschland in den Süden.

Danach beginnt ein respektable Entwicklung. Früh beginnen die Söhne mit dem Sport. Freunde und Bekannte stoßen dazu, behutsam trainiert Albert Vollmer seine Schützlinge, parallel hilft er mit den Sport zu entwickeln. Er wird 1984 Landesfachwart im Schwäbischen Verband und prägt diese Entwicklung bis 2002.

Sein Sohn Norbert wird der erste Baindter im Nationaltrikot. Als Jugendlicher wird er 1984 fürs Nationalkader nominiert, Wolfgang Halder folgt ihm bald und ist von 1985 bis 1989 nationale Spitze. Der SV Baindt gewinnt die ersten Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Im Sog der Beiden entwickeln sich weitere Talente, die OL- Gruppe wird größer. Lothar Halder kommt 1987 in den Nachwuchskader und sorgt 1992 für einen Paukenschlag. Als 22-jähriger wird er Deutscher Meister in der Herren-Eliteklasse und überrascht die Favoriten – der bis dato größte Erfolg für die Baindter OL-er.

1993 zieht wieder ein Großereignis die Aufmerksamkeit nach Baindt. Die Deutschen Staffel-Meisterschaften und ein Bundesranglistenlauf mit 800 Teilnehmern. Wettkampfchef Wolfgang Halder und seine Helfer stemmen ein Mammutprogramm. Es gibt eine neue OL-Karte; diesmal heißt sie "Durlesbach"-, sogar die Preußen wissen jetzt wo das liegt!

Viele Abteilungen des Sportverein helfen der kleinen OL-Gruppe und sorgen dafür, dass die Teilnehmer begeistert sind. Noch Jahre später wird man auf die "perfekte DM'93 bei Euch in Baindt" angesprochen.

International bekannt

Lothar Halder hält bis 1998 die Baindter Fahnen im Nationaldress hoch, startet bei Weltmeisterschaften und Weltcupläufen, läuft in USA, Norwegen, Neuseeland….

Insgesamt ist der SV Baindt bei 8 Weltmeisterschaften und 12 Weltcupläufen für Deutschland vertreten.

Wolfgang Halder engagiert sich in der Folge mehr und mehr als Landestrainer und führt den Nachwuchs an. Birgit Kern wird 2000 Deutsche Juniorenmeisterin. Die Eltern fahren anfangs nur die Kinder zu den Wettkämpfen, schnüren dann aber bald auch die Laufschuhe. Marianne Kern gewinnt bereits 1998 erstmals den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse D45 und gehört bis heute zu den Besten in Deutschland.

Ein weiteres Großereignis findet 1998 statt, diesmal ein internationaler Länderkampf. Der Arge-Alp Cup führt 700 OL-er aus Österreich, Italien, der Schweiz und Deutschland nach Baindt. Und wieder entsteht eine neue Karte, diesmal heißt sie "Fuchsenloch", Albert Vollmers erste Karte dient als Grundlage. Auch der Baindter Wald wird neu kartiert,  das "Baindter Bädle" gibt der neuen Karte ihren Namen.

Mittlerweile engagieren sich Simon und Marianne Kern für die Jugendarbeit, Simon Kern betreut noch heute den Landeskader. Eine neue Nachwuchstruppe entsteht, viele Baden-Württembergische Meister werden bejubelt, einer dieser Nachwuchsläufer feiert 2005 seine erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften. Florian Schädler gewinnt die Bronzemedaille bei den Junioren und startet ein Jahr später in der Herren Eliteklasse.

 

In 2006 angekommen sind die Baindter OL-er überrascht, dass Ihre Geschichte schon 30 Jahre alt ist. Und vielleicht grade drum bewerben Sie sich wieder für ein Großereignis. Der Zuschlag folgt prompt für die Königsdiziplin im Orientierungslauf:

Am 27./28. September 2008 richtet der SV Baindt bis dahin sein letztes Großereignis aus - die Deutsche Meisterschaft und den Deutschland-Cup. 700 Teilnehmer waren sehr angetahn von einem perfekt organisierten Wochenende und einer würdigen Deutschen Meisterschaft.